Ich seh euch wie ihr in euren Palästen beim Frühstück sitzt
Wie ihr der Ehefrau zum Abschied die Wange küsst
Wie ihr euren schicken Schlitten aus der Garage holt
Euer Sohn hat nen Kratzer rein gemacht, ich seh wie ihr ihm noch schnell den Hintern versohlt.
Ich seh euch dann später im Büro delegieren und Macht beweisen
Und immer wenn’s sein muss oder nicht den Untergebenen den Kopf abreißen.
Seh euch fleißig weiterbauen an eurem beruflichen Status
Ob jemand draufgeht interessiert euch nicht, hauptsache alles bleibt im Fluss.
Ich seh euch wie ihr in Klassenzimmern wütet
Auf Disziplin pocht, einschüchtert und allem Frechen den Mund verbietet.
Ich seh euch in Unis abgehoben euch auf euren Titel reduzieren
Als kleiner König mit harten Bandagen euren Kosmos regieren.
Ich seh euch in Supermärkten euer Revier verteidigen und niemanden vorlassen
Ich seh euch vor Discotheken, breitbrüstig niemanden einlassen.
Ich seh euch im Straßenverkehr, wo jedes Rennen entscheidend ist,
wo kein Preis zu hoch ist, weil ihr immer gewinnen müsst.
Ihr alle versucht mich mein Leben lang einzuschüchtern
Nach und nach meine Courage auszunüchtern.
Ihr schlagt mich, plagt mich, macht mich wacklig
Werft Messer nach mir, stoßt mich vom Pier, setzt mich vor die Tür.
Doch ich kann mich nicht abschotten, euch verkloppen oder gar ausrotten
Denn jedem Menschen wohnt ein Machtmensch inne,
der ihn beherrscht und der ihn hindert zu leben.
